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Der Rollentausch
Die Angehörigen eines an Alzheimer erkrankten Menschen sehen sich gezwungen, in die Rolle des Verantwortung Übernehmenden zu schlüpfen. Dies kann für beide Seiten erhebliche Probleme verursachen. So entwickelt zum Beispiel die Ehefrau Gewissensbisse, wenn sie ihrem erkrankten Mann sagen muss, was zu tun ist. Sie ist überfordert auch im Finanziellen, weil der Ehemann dies bis anhin regelte. Im umgekehrten Falle müssen die Ehemänner die notwendigen Verrichtungen im Haushalt (kochen, waschen, bügeln) häutig erst erlernen. Emotional ist der Rollentausch zwischen Eltern und Kindern besonders belastend. Die eigenen Eltern werden zunehmend wie Kinder und bleiben trotzdem die Eltern- Dies macht es schwierig, die Verantwortung für die Eltern zu übernehmen. Es befremdet, als Kind seine Eltern zum Putzen oder Kochen aufzufordern oder ihnen sogar verbieten zu müssen, das Haus zu verlassen. Es scheint gegen das Gebot gerichtet zu sein, seine Eltern zu achten und ihnen den gebührenden Respekt zu erbringen. Doch die Übernahme von Schutz und Verantwortung für die Eltern schliesst respektvolles Verhalten nicht aus. Der an Alzheimer erkrankte Mensch ist im Gegenteil sehr auf seine Würde bedacht. Der Betreuer darf deshalb nie in eine kindliche Sprachweise verfallen, denn dann reagiert der Alzheimerkranke meist mit Aggressionen oder Rückzug. Bei der Pflege des Erkrankten werden Sie mit vielen unterschiedlichen Emotionen konfrontiert, dabei spielt die Angst oft die grösste Rolle. Was, wenn Sie selbst durcheinen Unfall pflegebedürftig werden oder gar sterben müssten? Sprechen Sie mit Freunden oder ihrem Arzt darüber: Dasselbe gilt aber auch für alle Empfindungen, denn ein Leben mit einem an Alzheimer erkrankten Angehörigen bedeutet immer auch Ihnen langsamen Abschied. Abschied von Wesenszügen, Fähigkeiten, Talenten und gemeinsamen Zukunftsplänen. Zu all dem kommen Verhaltensweisen wie ständiges Fragen, falsche Anschuldigungen, Uneinsichtigkeit, aber auch die ständig geforderte Aufmerksamkeit hinzu. Sie müssen als Betreuer lernen, dass gelegentliche Ungeduld ihrerseits normal und menschlich ist und keine Schuldgefühle rechtfertigt. |
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