Snoezelen
 

 

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1. Begriffsklärung "snoezelen"

2. Prinzipien

3. Was bewirkt snoezelen bei Dementen

4. Sinneswahrnehmung, Gefühle

5. Stimmulation sowie  Möglichkeiten von Snoezelenmaterialien -Anregung und praktische Beispiele  


1. Begriffsklärung "snoezelen"

Beim Wort "snoezelen" handelt es sich um einen Kunstbegriff aus der niederländischen

Sprache. Dort wurde snoezelen erstmalig in den 60er Jahren von Hulseggee und Verheul im Rahmen einer Freizeitmöglichkeit in der Arbeit mit schwer geistig behinderten Erwachsenen geprägt.


snuffelen = schnüffeln, schnuppern
doezeleln = dösen, schlummern

Es handelt sich um eine Arbeit mit Menschen, deren geistig Fähigkeiten mehr oder wenigerstark reduziert sind. Die Sinne sollen dabei ganz gezielt, auf das Bedürfnis des einzelnen,abgestimmt, stimmuliert werden.

 

a) therapeutisch

b) individuelle Entspannung / Stimmulation  


2. Prinzipien

Beim Snoezelen erfolgt die Ansprache über die Sinne mit Hilfe von optischen und akustischen Reizen, über den Geruchs- und Geschmackssinn, sowie über die Gefühle.

- Es braucht eine angenehme Atmosphäre, ein Abgeschiedensein von Aussenreizen

- Die Begleitperson muss vom Snoezelen als Möglichkeit in der Dementenarbeit selbst

überzeugt sein.

- Die zwischenmenschliche Beziehung muss stimmig sein.

- Das Zeitempfinden und das Reizangebot ist individuell auf den einzelnen Dementen   abgestimmt.  


3. Was bewirkt snoezelen bei Dementen

In der Arbeit mit Dementen, bes. auch bei Angehörigen, ist die Betreuungsperson oft einem Gefühl der Ohnmacht ausgesetzt. Die Kranken sind aggressiv, unruhig o.ä.
Wenn nun gesnoezelt wird- Verheul beschreibt es auch als

- das bewusste, ausgewählte Anbieten primärer Reize in einer angenehmen Atmosphäre

Es kann beobachtet werden, das es zur Beruhigung führt oder ängstliche Menschen das Umfeld als weniger bedrohlich empfinden. Gesagt werden muss, dass es sich hierbei nicht um ein "Patentrezept" handelt.
Als pflegende Angehörige kennen Sie die Biografie des Kranken, haben vielleicht zum grössten Teil an seinem Leben teilgenommen. Sie wissen, was dieser Mensch mag oder nicht mag, was er gern hatte, welche bestimmten Reize vielleicht mit angenehmen Momenten im Leben zusammenhängen.  


 

4. Sinneswahrnehmung, Gefühle

Wahrnehmung erfolgt über die Sinne:

Hören
Sehen
Riechen
Schmecken
Fühlen

Jeder Mensch hat Gefühle, die er äussern kann wie Freude, Angst, Trauer, Wut.
Die Wahrnehmung hängt sehr eng mit Gefühlen zusammen.


Die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen wie denken, erinnern, logisch einordnen sind beim Dementen eingeschränkt. In bestimmten Momenten wird aber die Erinnerung über Sinne oder Gefiihle aktiviert.

Schmecken

Bitter, salzig, süss, sauer und als Sonderform seifig.
Die Wahrnehmung erfolgt über die Zunge. Geschmack und Geruch sind sehr eng miteinander verbunden.
Beispiel: Essensgeruch mit bestimmtem Geschmack

Riechen

Bestimmte Situationen oder Erfahrungen sind mit Gerüchen gekoppelt, werden als angenehm oder unangenehm erlebt. In der Erinnerung kommen Bilder aus früheren Situationen hoch.
Beispiel: Es riecht wie ......Weihnachten (Zimt, Tinnenzapfen, Bratapfel)
(Verweis: Aromatherapie zum gezielten Einsatz)

Fühlen

Taktile Wahrnehmung ist schon sehr früh entwickelt. Wir empfinden Druck, Wärme, Kälte, Berührung. Erfahrung des eigenen Körpers über das Be -greifen.

Sehen

Ueber die Augen erkennen wir Bilder die im Gehirn gespeichert werden. Man erinnert sich an Orte und Gesichter. Beim Dementen verblasst dies oft du die Zuordnung kann nicht mehr erfolgen. Z.B. Verkennung von Personen und Orten. Licht und Farben werden allerdings als angenehm oder unangenehm empfunden, sie beruhigen oder regen an.  


5. Stimmulation sowie Möglichkeiten von Snoezelenmaterialien -Anregung und praktische Beispiele

a) Sehen

Unterscheidung von Farben, Formen oder Gegenständen.
Beispiele: Flüssigkeitsprojektoren, Discokugeln, Mobiles, Stoffe, Puppen, Ballons, Bälle,

b) Hören

Wahrnehmung von Klängen, Tönen und Geräuschen
Beispiele: Klangrohre, Musikinstrumente (Rasseln, Xylophone u.a.)Behälter mit klirrendem Material, Klangwände, Handschuhe mit Schellen u.a.

c) Riechen

Unterscheidung von verschiedenen Aromen und Gerüchen, gezielter Einsatz in der Aromatherapie.
Beispiele: Aromaöle, Kräutersäckchen, Gewürze, Materialien mit intensivem Geruch u.a.

d) Fühlen

Differenzierung von Körpern und Gegenständen durch Berühren und Ertasten (Querverweis auf Basale Stimulation)
Beispiele: Massageroller, Felle, mit Wasser gefiillte Handschuhe, Bälle, Tastbretter mit verschiedenen Oberflächen, Schmuck u.a.

e) Schmecken

Unterscheidung verschiedener und gegensätzlicher Geschmacksrichtungen.
Beispiele: Lebensmittel mit ausgeprägten Geschmacksvarianten

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